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Japanisches Team siegt in Halle

by - 9. März 2015

Gesamtsieger des König-Pokal in Halle: Das japanische Jugend-National-Team

Die japanische Jugendauswahl hat in der 22. Auflage des „Internationalen König-Pokal im Florettfechten“ in Halle Vorjahressieger Jena entthront. Die gastgebenden Fechterinnen und Fechter der TSG Halle-Neustadt landeten in der Gesamtwertung auf einem guten sechsten Rang.

Zu erwarten war es schon. Im vergangenen Jahr hatten die jungen Florettartisten aus dem fernen Japan „nur“ den vierten Platz belegt. Für sie war dass Grund genug, noch vor ihrer Rückreise eine Kampfansage in Sachen Titel zu machen. „Wir holen uns den Pokal zurück“, hatten sie mit der ihnen eigenen Freundlichkeit noch in der Sporthalle Brandberge bekanntgegeben. Jene Ankündigung setzten sie beim diesjährigen Turnier dann in die Tat um.

Japananisches Team siegt in Halle (Download als PDF)

Ergebnisse des „XXII. Internationelen König-Pokal (Klick)

Rund 300 Fechterinnen und Fechter aus allen Teilen Deutschlands, aus Tschechien und eben Japan zählte der „Internationale König-Pokal“ in diesem Jahr. Auch die Gastgeber des Fechtcentrum-Halle wollten  in diesem Jahr ein Wörtchen bei der Pokalvergabe mitreden, verpassten Angesichts der starken nationalen und internationalen Konkurrenz dann doch den anvisierten Podestplatz. „Hier kommt nicht irgendwer her“, meinte Landesfachverbandspräsident Thomas Riedel bereits vorab. „Die Gäste aus dem In- und Ausland können schon richtig gut fechten. Zudem ist das Turnier inzwischen für fünf Bundesländer Qualifikationsturnier für die Deutschen Meisterschaften. Das zieht automatisch andere starke Vereine nach Halle“, fügt er hinzu. Neben Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern gesellte sich in diesem Jahr auch Mecklenburg-Vorpommern zu jenen Bundesländern hinzu, die das Traditionsturnier zum Ranglisten-Turnier erklärt haben. Für die japanischen Gäste dagegen war ihre Teilnahme in diesem Jahr bereits die Zwölfte. Damit zählen sie längst zu den „Stammgästen“ des „König-Pokal“.

Mit zwei von vier möglichen Einzeltiteln in den Herrenflorett- B-Jugend-Entscheidungen am ersten Turniertag schufen sie bereits die Voraussetzungen für den diesjährigen Erfolg. „Sie haben in jener Altersklasse ohne Zweifel Schnelligkeitsvorteile, die sie konsequent umgesetzt haben. Das war am Samstag ein wesentlicher Grund für die Ergebnisse des ersten Tages“, blickt Halles Floretttrainer Janos Igaly auf das Geschehen zurück. Nicht nur, dass sie in den beiden Herrenflorett-Entscheidungen siegten, das japanische Team setzte mit einem Doppel- bzw. Dreifacherfolg in jenen Wettbewerben gleich noch eins drauf.

Rang 3 im Einzel: Ira Sothen

Am Sonntag dominierten bei den Kadetten dann die Techniker unter den Florettspezialisten. Anton Jansen aus Moers, schon seit vielen Jahren eine der Kaderschmieden des Deutschen Fechter-Bundes, sicherte sich im Herrenflorett den Einzelsieg. Sein Trainer Herbert Wagner entdeckte einst Olympiasieger Benjamin Kleibrink, bildete ihn aus und übergab ihn später an Bundestrainer Uli Schreck nach Bonn. Anton Jansen, der vielleicht einmal in die Fußtapfen des Benjamin Kleibrink treten könnte, bezwang im Finale den Dresdner Julius Neudeck klar mit 15:5.
TSG Fechter Tilman schaffte es in dieser Entscheidung bis in das Achtelfinale des stark besetzten Starterfeldes, blieb dort mit 7:10 am Berliner Tim Winkler hängen. Für den halleschen Sportgymnasiasten stand am Ende ein guter Rang 13 zu Buche. „Tilman hat phasenweise sehr gut gefochten, allerdings in jenem Kampf einige technische und taktische Fehler gemacht. Daran werden wir weiter gezielt arbeiten, geht es doch jetzt langsam in Richtung nationale Höhepunkte“, sagt sein Trainer Janos Igaly.

Im Damenflorett mischte dann eine TSG-erin ganz vorn mit. Ira Sothen verpasste nach einer 12:15-Niederlage gegen die spätere Gesamtsiegerin Henriette Pfennigschmidt aus Schwerin knapp den Finaleinzug, durfte sich dennoch über Bronze freuen. Die 15-jährige, die vor wenigen Wochen bereits in Moers überzeugt hatte, lieferte in Halle ein beherztes Turnier ab, zeigte technische und mentale Stärke. Mit jenen Eigenschaften hatte sie sich sicher in die Finalrunde gefochten, dort im Viertelfinale Hanna Schnabel vom SC Berlin mit 15:14 besiegt. „Sie war auf Augenhöhe mit ihrer Gegnerin. Das Finale war sogar in Reichweite. Schade, dass es nicht geklappt hat. Aber Ira hat hier sehr zu gefallen gewusst“ erklärt Janos Igaly nach der Siegerehrung.

Für die anderen TSG-Vertreter hieß es beim „König-Pokal“ vor allem, Erfahrungen zu sammeln. Im älteren B-Jugend-Jahrgang erreichten Adrian Leimert und Sebastian Wunder die Positionen 18 und 21, in der leichten Altersklasse focht sich im Damenflorett Alina Ballhaus auf Platz 13.

Beim um ein Jahr jüngeren Jahrgang 2002 schaffte Agnes Mann den Sprung in die Top Ten, wurde am Ende Zehnte im Gesamtklassement.

Ein wenig Pech hatte die im ersten A-Jugend-Jahr fechtende Alida Riedel, die im Tableau der letzten 64 einen knapp Niederlage hinnehmen musste. Sie wurde 43zigste.
In der gleichen Runde erwischte es im Herrenflorett TSG-Florett-Kadett Christoph Schätzke, der sich auf Rang 35 in der Endabrechnung einreihte.

Sicher hätten wir uns gern noch weiter vorn gesehen. Aber Tatsache ist, dass hier richtig starke Konkurrenz am Start war. Unser Nachwuchs hat sich tapfer gewehrt. Über den 3. Platz von Ira Sothen freuen wir uns natürlich besonders“, so Thomas Riedel in seinem Resümee.
Wir nehmen aber auch mit, dass das japanische Team im kommenden Jahr wieder dabei sein wird. Sie haben bereits erklärt, dass sie den Pokal verteidigen wollen“, fügt Riedel hinzu. Und nicht nur das: Am Rande des Turniers bekundeten die Gäste aus dem „Reich der aufgehenden Sonne“, dass sie gern auch zu gemeinsamen Trainingslagern nach Sachsen-Anhalt kommen würden, viel Interesse daran hätten, die Zusammenarbeit mit dem Fechtcentrum-Halle auszubauen. „Das nehmen wir natürlich gern zur Kenntnis, werden prüfen, was da machbar ist“, so Thomas Riedel, der seinerseits die Einladung nach Halle für 2016 bereits vor Ort aussprach. „Und es ist für uns ein Zeichen der Wertschätzung unseres Turniers und unserer Gastfreundschaft, mit der wir unsere Gäste empfangen haben. Es ist aber auch ein Beleg dafür, dass sie sich in Halle sehr wohl gefühlt haben“, ergänzt Thomas Riedel abschließend.

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