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Händel-Cup geht in die Türkei

by - 1. Dezember 2014

Engin Batuhan Menkuer aus der Türkei hat die 11. Auflage des „InternationalenSieger 01 Händel-Cup der Saalesparkasse Halle“, seines Zeichens Cadet-Circuit des Europäischen Fechtverbandes EFC, für sich entschieden. Der 16-jährige bezwang in einem starken Finalgefecht den Italiener Alessandro Perrone klar mit 15:7.

Von Zufall dürfte dabei jedoch kaum die Rede sein. Vor fünf Jahren ging jener „Händel-Cup“ an seinen Landsmann Tevfik Burat Babaoglu, der diesjährige Sieger deutete zudem bereits im Vorjahr mit Rang sieben in Halle seine Stärke an.

Rund 200 Starter aus 23 Nationen hatten am Samstag den Kampf um den begehrten „Händel-Cup der Saalesparkasse Halle“ aufgenommen.

Händel-Cup geht in die Türkei_(Download als PDF)

Dokumentation Händelcup 2014 (Download als PDF)

Neben Malaysia und Kuwait standen in diesem Jahr erstmals auch junge japanische Fechter auf der Starterliste. Halle scheint für sie inzwischen ein gutes Pflaster zu sein. Längst sind sie Stammgäste des „Internationalen König-Pokal“, starteten nun ein zweites Mal innerhalb eines Jahres in der Saalestadt.

Totale 01

Blick auf 26 Fechtbahnen

Engin Batuhan Menkuer löste seine Anfangsaufgabe mit Bravour, blieb im gesamten Turnierverlauf fehlerfrei. Im folgenden Direktausscheid marschierte er mit klaren Siegen in Richtung Finalrunde, setzte sich hier zunächst gegen den Japaner Kenta Suzumura mit 15:12 durch. Halbfinalgegner Tamas Meszaros (Ungarn) musste sich anschließend mit 13:15 dem jungen Türken geschlagen geben. Das Finale machte der dann gegen den Italiener Perrone zur klaren Angelegenheit, siegte am Ende deutlich.

 

Der Sieg war nicht unerwartet“, meint anschließend Konstantinos Lymperopoulus, Assistent von Florett-Bundestrainer Uli Schreck, der als aufmerksamer Beobachter in Halle weilte. „Menkuer ist als Erster der europäischen Rangliste in das Turnier gegangen, war daher einer der Mitfavoriten“, ergänzt er. Dass die deutschen Vertreter in der Finalrunde der letzten acht nicht zu finden war, ärgerte auch ihn ein wenig. „Von einem Abstand im technischen Bereich kann man sicher nicht sprechen. Die Defizite hier waren wohl eher im mentalen Bereich zu suchen. Daran müssen wir auf jeden Fall arbeiten“, so Lymperopoulus weiter.

Tilman Richter mit Coach Janos Igaly

Für den einzigen halleschen Vertreter, den 16-jährigen Tilman Richter von der gastgebenden TSG Halle-Neustadt lief zunächst alles nach Plan. Die Vorrunde überstand er ohne größere Probleme, zog sich auch in der Zwischenrunde gut aus der Affäre. Dann wartete im 128- er Tableau Jet Shang Fei NG aus Singapore. Der fast zwei Köpfe größere Gegner von Tilman Richter suchte von Beginn an die Offensive, ließ dem TSG-er kaum Luft für eigene Angriffe und ging schnell in Führung.

Die späte Aufholjagd des Sportgymnasiasten aus Halle reichte nicht mehr, um seinen Kontrahenten ernsthaft zu gefährden. Der Singapurer gewann am Ende 15:6 gegen den TSG-Fechter. „Da war mehr drin“, meint später Tilmans Trainer Janos Igaly. „Tilman hat sich von der Offensive seines Gegners beeindrucken lassen. Daran müssen wir noch arbeiten. Fechterisch hat er auf jeden Fall mithalten können, hätte mit mehr Aggressivität den Kampf sogar gewinnen können“, so der Coach weiter.
Ein positiver Aspekt bleibt dennoch aus sportlicher Sicht“, fügt Landesfachverbandspräsident Thomas Riedel hinzu. „Tilman hat seine Position in der Deutschen Kadetten-Rangliste unter den Top 20 verteidigen können und gehört damit zum Aufgebot für das Cadet-Circuit-Turnier am kommenden Wochenende in Cabries. Damit bietet sich ihm eine weitere Chance, zu punkten“, so Riedel weiter.

Team Halle 01

TSG-Team (rechts)

Das Mannschafts-Turnier des zweiten Tages beendeten Tilman Richter, Christoph Schätzke, sowie Johannes und Martin Schmidt am Ende mit Rang 18. Nach ihrer Auftaktniederlage gegen die Vertretung Moldawiens (27:45) gewannen die vier gegen die Mannschaft Rumänien II mit 45:41, mussten sich dann der Vertretung Deutschland IV mit 30:44 geschlagen geben. „Eines nehmen wir mit“, so Trainer Janos Igaly resümierend. „Die Jungs haben hier internationale Erfahrungen sammeln können, andere Gegner vor sich gehabt. Für ihre weitere Entwicklung ist das sehr wichtig gewesen. Und sie haben selbst erkennen können, wo ihre Stärken und Schwächen liegen“, meint Igaly abschließend.

Erfahrene Techniker

DFB-Assistenz-Coach Konstantinos Lymperopoulus zog am Sonntag in Sachen „Händel-Cup“ ein mehr als positives Fazit: „Bei einem Turnier mit sehr vielen Teilnehmern gibt es meist einige Probleme. Hier gab es an beiden Tagen keine, weil es sehr gut organisiert war. Eine perfekt hergerichtete Wettkampfhalle, eine hervorragende Organisation und sehr gut agierende Kampfrichter waren der Garant für einen reibungslosen Ablauf“, blickt er auf das Turnierwochenende in Halle zurück.

Ein schöneres Kompliment kann man nicht bekommen“, bedankt sich Gastgeber Thomas Riedel. „Unser Ziel war es, allen Gästen ein gutes Turnier zu bieten. Mit der Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer, Sponsoren und nicht zuletzt der Stadt Halle haben wir das geschafft“, so Riedel weiter.

Qualifizierte Kampfrichter

Davon konnten sich am Samstag viele Gäste einen eigenen Eindruck machen. Neben Halles Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand gehörten unter anderem die Beigeordnete für Kultur und Sport, Frau Dr. Marquardt, sowie Vertreter des Sportausschusses der Stadt Halle zu den Gästen, verfolgten aufmerksam das Gala-Finale.
Derweil mühten sich die jüngsten Fecht-Eleven der TSG Halle-Neustadt, ein Autogramm von der versammelten Sportprominenz zu erhaschen. Neben Halles bekanntester Fechterin, der zweimaligen Europameisterin Imke Duplitzer, waren unter anderem der Mannschafts-Olympiasieger von 1992, Ingo Weißenborn, er erlernte einst das Fechthandwerk in Bernburg, der Mannschafts-Weltmeister des Jahres 2001, Lars Schache, sowie Ehefrau Anja, sie wurde 2005 unter ihrem Mädchennamen Anja Müller in Leipzig WM-Zweite im Florett, aufmerksame Beobachter des Turniers. „Es ist Klasse hier, es macht Spaß, zuzusehen“, sagt Anja Schache, mit ihrem Ehemann fleißig Autogramme schreibend. „Wir werden sicher im kommenden Jahr wiederkommen, um zum Einen alte Weggefährten wiederzusehen, aber auch, um zu schauen, was der Nachwuchs so treibt“, verspricht sie, bevor sie sich verabschiedet.
Die Platzierungen:
1. Engin Batuhan Menkuer (Türkei)
2. Alessandro Perrone (Italien)
3. Benjamin Frühauf (Ungarn)
3. Tamas Meszaros (Ungarn)
5. Yudai Nagano (Japan)
6. Yutu Ueno (Japan)
7. Olivier de Jong (Niederlande)
8. Kenta Suzumura (Japan)

18. Lennart Werner (OFC Bonn)
19. Leonardo Pichler (OSC Potsdam)
20. Max Tiemann (Fencing Team Bocholt)
28. Paul Dahlkamp (Waldörfer SV)
29. Magnus Hamlescher (OFC Bonn)

82. Tilman Richter (TSG Halle-Neustadt)

Team:
1. Japan 1
2. Ungarn
3. Deutschland 2
4. Singapore 1
5. Dänemark 1
6. Niederlande
7. Schweden
8. Deutschland 3

18. TSG Halle-Neustadt

Fotos: © Norman Rembarz/ Sandra Stockhaus

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